Intelligenter Produzieren

Ausgabe 2009/3

 

 Von der Zukunft lernen

Unter dem Schlagwort CIM (Computer Integrated Manufacturing) wurde in den 1980er Jahren die durchgängig rechnerunterstützte Produktion propagiert.Aufgrund der damals vorhandenen Hardware setzte sich diese Vision nicht in der Praxis durch, obwohl die Ansätze aus heutiger Sicht richtig waren und viele gute Forschungsergebnisse erarbeitet wurden. Inzwischen haben sich die Wettbewerbsbedingungen für Produktionsunternehmen in Deutschland drastisch verschärft – sie stehen im globalen Wettbewerb mit Standorten, die teilweise zu völlig anderen Faktorkosten produzieren. Darum sind Innovationen wichtige Erfolgsfaktoren für die Produktion in Deutschland – Innovationen in Produkte und Prozesse. Innovative Produktionsprozesse zeichnen sich nach einhelliger Meinung von Experten durch drei Faktoren aus:

Wandlungsfähigkeit

Realzeitfähigkeit

Netzwerkfähigkeit.

Alle drei Erfolgsfaktoren sind ohne moderne produktionsnahe IT-Systeme nicht zu erreichen: Heute etabliert sich mit Manufacturing Execution Systemen (MES) eine neue Generation produktionsnaher IT-Systeme, die die Vorstellung der computerintegrierten Fertigung Realität werden lassen. Als Informationsdrehscheiben in der Fabrik erlauben sie den Zugriff auf Informationen in den weltweiten Produktionsstätten in Echtzeit, sie verbinden Hersteller sowie ihre Zulieferer und sie befähigen die Betreiber komplexer Produktionssysteme dabei, sich permanent auf die wandelnden Bedürfnisse ihrer Kunden einzustellen. Gleichwohl ist der Einsatz von Informationstechnik in der Produktion noch längst nicht ausgereizt – es gibt noch Potenzial. Aus Fraunhofer-Sicht stecken vor allem in der Integration heutiger Insellösungen noch viele Chancen. Die horizontale Integration auf der Leitebene sowie die vertikale Integration von der Feldebene über die Leitebene in die Unternehmensleitebene bieten noch viele Möglichkeiten zur Verbesserung. Die Interoperabilität zwischen Systemen oder zwischen Anlagen und überlagernden IT-Systemen ist noch lange nicht gelöst – dazu benötigen die beteiligten Systeme ein gemeinsames Verständnis ihrer Daten und deren Bedeutung. Diese Themen werden uns in der nahen Zukunft beschäftigen – zum Nutzen der Produktion und ihrer Arbeitsplätze am Standort Deutschland.

 

 

 



Autor: VDMA

32 Seiten
Erschienen: 2009