Intelligenter Produzieren

Ausgabe 2009/1

Sand ist der Stoff, aus dem Silizium und Glas gewonnen werden - Materialien, aus denen heute mehr als 90 Prozent der Solarmodule bestehen. Photovoltaik-Module wandeln Licht direkt in elektrische Energie, ohne den Umweg über heißes Wasser wie in konventionellen Kraftwerken. 1839 entdeckt, hat die Photovoltaik den Sprung vom einfachen Batterieschoner im Taschenrechner zu großflächigen Solaranlagen geschafft, die dezentral Strom in unsere Netze einspeisen. Die Technologie wird beherrscht, der Wirkungsgrad ständig verbessert, allein die Produktionskosten für Materialien und Module müssen weiter sinken. Die Chancen dafür stehen gut. Die Photovoltaik-Industrie befindet sich in einem ähnlichen Stadium, in dem sich die Elektronikindustrie Ende der 1970er Jahre und die Flachdisplaybranche Ende der 1980er Jahre befanden. Es hat sich dabei gezeigt, dass eine Verdopplung der Produktion zu einer Kostenreduktion von 20 Prozent führt. Optimiert wurden damals unterschiedliche Teile der Produktionskette, von Glas- und Waferfertigung, Beschichtungstechnik, Öfen, Vakuumtechnik über Handling, Automatisierung und Lasertechnik bis hin zum Laminieren der Substrate und Löten von Bauteilen. Dieser Fortschritt ist auch für die Photovoltaik möglich, denn die verwendeten Prozesse sind vergleichbar - mehr noch, mit den vorliegenden Erfahrungen kann im Mittel eine schnellere Entwicklung stattfinden. Mit neuen Verfahren, wie der Dünnschichttechnologie oder gedruckten Zellen, kann die Kostendegression vorangetrieben werden. Maschinenbauer spielen bei der Optimierung der Produktionstechnologie in Kooperation mit den Herstellern eine Schlüsselrolle. Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau ist weltweit führend in der Ausrüstung der Photovoltaik-Produktion, mehr als 100 VDMA-Mitglieder beschäftigen sich mit der Thematik. Bereits heutzutage werden schlüsselfertige Anlagen für alle Teile der Prozesskette geliefert. Ein Branchenumsatz von 2,3 Milliarden Euro, so lautet die Schätzung für 2008, und Steigerungsraten von 100 Prozent in den vergangenen beiden Jahren zeigen, wie erfolgreich die deutschen Ausrüster sind. Obwohl Deutschland der größte Anwendermarkt für die Photovoltaik ist, liefern deutsche Maschinen- und Anlagenbauer ihre Produkte weltweit, aktuell beträgt der Exportanteil 80 Prozent. Dadurch sichern die Unternehmen ihre Fertigungsstandorte im Inland - etliche von ihnen als Weltmarktführer. Eine Erfolgsgeschichte!



Autor: VDMA

30 Seiten
Erschienen: 2009