Intelligenter Produzieren
Ausgabe 2008/5Gerade diejenigen Branchen, die von Anfang an konsequent auf Automatisierungstechnik gesetzt haben, sind sehr erfolgreich. In der deutschen Automobilindustrie gab es noch in den siebziger Jahren zahlreiche Tätigkeiten, die den "ganzen Mann" gefordert haben. Seither hat sich viel verändert. Die deutsche Automobilindustrie ist wie kaum eine andere Branche automatisiert. Die Türen werden mit Manipulatoren bewegt und die Werker können sich darauf konzentrieren die Feinjustierung vorzunehmen. Die Scheiben werden nicht mehr von Hand in die Gummidichtung eingepasst, sondern von einem Roboter, der dank industrieller Bildverarbeitung "sehen" kann, millimetergenau geklebt. Ein anderer Roboter hebt zunächst einen kleinen Roboter in den Kofferraum, setzt mit diesem gemeinsam den Kofferraumdeckel ein und hebt dann den Kollegen wieder heraus. Die beiden Roboter realisieren Spaltmaße, die vor kurzem kaum vorstellbar waren. Schließlich ist da ein Roboter, der die Räder montiert - bei laufendem Band, natürlich. Noch viel mehr ist heute bei der Fertigung von Automobilen perfekt automatisiert. Was hat das gebracht? An erster Stelle ist die Entlastung der Beschäftigten von monotonen, manchmal sogar schädlichen Arbeiten zu nennen. Sie können sich auf qualitativ hochwertige und verantwortliche Aufgaben konzentrieren - was die Arbeitszufriedenheit und damit auch die Leistung erhöht hat. Die Qualität der Produkte hat von der Automation entscheidend profitiert - für Roboter, Montageanlagen und Vision-Systeme ist der Montag kein besonderer Tag, sind grippale Infekte ein Fremdwort und ist die Tagesform kein Thema. Auch die Prozessstabilität hat entscheidend von der Automation profitiert. Im Ergebnis ist die deutsche Automobilindustrie heute eine der Vorzeigebranchen unseres Landes, die kontinuierlich gewachsen ist und Beschäftigung aufgebaut hat.
30 Seiten
Erschienen: 2008